CHAMAELEO NAMAQUENSIS

        NAMIB WÜSTENDESERT CHAMAELEO

Chamaeleo namaquensis hat einige bemerkenswerte Anpassungsfähigkeiten entwickelt, um mit den teils extremen Wüstenbedingungen fertig zu werden.

 

* Sie können überschüssiges Salz das sie über die Nahrung aufgenommen haben über ihre Nase wieder ausscheiden um Wasser zu sparen. ( ähnlich wie bestimmte Leguane )

* Die Zunge ist fast doppelt so lang wie der Körper des Tieres (ca. 32 cm)

* Als schnellstes Chamäleon bekannt --- kann 5-8 km/h schnell laufen

*  Sie können Löcher graben in denen sie sich über die Mittagshitze verstecken um die Thermoregulation zu unterstützen und um selbst nicht zu überhitzen.

* Sie können ihre Farbe so ändern dass sie früh morgens und spät abends fast schwarz sind-da sie bei einer dunkleren Farbe die Wärme der Sonne schneller und besser aufnehmen können.

Ebenso können sie eine fast weiße Färbung aufweisen um die extreme Sonneneinstrahlung zu reflektieren und nicht an Überhitzung zu sterben.

* Die Körperfärbung kann auch links und rechts von der Wirbelsäule extrem variieren

Links: weiß       Rechts: schwarz


Diese Chamäleon-Art hat einen sehr kurzen und breiten (
dreieckigen) Kopf. Die Gesamtlänge (KR) dieser Tiere liegt bei ca. 15 bis maximal 18 cm, und gehört dadurch zu den mittelgroßen Chamäleons. Allerdings sehen sie viel größer aus da sie im Verhältnis einen kleinen Schwanz (ca. 6-7cm.) besitzen, der aber nicht wie bei anderen Chamäleon-Arten zum Greifen ist, sondern den Gleichgewichtssinn bei starken Winden unterstützt. Auf dem Rücken befinden sich anstelle eines Rückenkamms eine Reihe warzenähnlicher Tuberkel die diese Art unverwechselbar und einzigartig machen.

Weiters möchte ich bemerken, dass es sehr schwierig ist in den ersten Lebensmonaten das Geschlecht der Jungtiere zu bestimmen. Behilflich ist allerdings die unterschiedliche Größe nach dem Schlupf, Weibchen sind meist größer, wachsen schneller, sind gefräßiger und legen schneller an Gewicht zu wie Männchen.

Ein weiterer wichtiger Punkt zur Haltung ist die Häutung, C. namaquensis häuten sich immer im ganzen, meistens platzt die alte Haut bei den Tuberkeln auf und ist binnen 1-2 Stunden abgeschlossen. Besonders acht geben sollte man ob sich der Schwanz richtig gehäutet hat, sollte dies nicht der Fall sein und noch ein kleines Stück "übrigbleiben", kann das fehlende Stück mit der Zeit die Schwanzspite abschnüren und im schlimmsten Fall dazu führen dass dieses Stück abstirbt und schlussendlich amputirt werden muss.

 

 

Nahrung:

 

Chamäleon namaquensis haben eine bemerkenswert lange Zunge und jagen vermehrt Insekten (besonders Käfer), Heuschrecken, Grillen, Eidechsen und kleine Schlangen sowie Skorpione.

Leider sind sie als besonders geschickte Echsenjäger bekannt und verschmähen auch kleinere Artgenossen nicht. (immer gleichgroße Tiere zusammenhalten)

Was man wie bei allen Reptilien besonders beachten muss: die min 2x wöchentliche Zugabe von Calcium Präparaten, da ansonsten die Knochen weich (wie Gummi) werden und die Tiere einen Qualvollen Tot sterben.

 

Natürliche Feinde:

 

Ihre natürlichen Feinde sind hingegen:

Falken, Adler, Schlangen, Schakale sowie der Mensch

 

 

Terrarium:

 

Da diese Chamäleon-Art fast ausschließlich bodenbewohnend ist, benötigt man ein Terrarium mit mindestens 0.6 m² Grundfläche. Für jedes weitere Tier empfiehlt es sich 0,2 bis 0.3 m² dazuzugeben.



Laut Österreichischem Tierschutzgesetz (2016) benötigt man für

ein Tier (18 cm KRL)

ein Terrarium mit mindestens 90x45x54 cm!!
Die Formel : 5x2,5x3  x 18cm KRL = 90x45x54cm

Selbst habe ich je Tier ein Terrarium mit 120 x 50 x 70cm



Da Chamäleons in der Regel Einzelgänger sind und auch genügend Platz brauchen um sich gegebenenfalls aus dem Weg gehen zu können, ist ein Zweitterrarium unerlässlich. Wenn die Weibchen schwanger (gravid) sind, ist es unumgänglich dass Männchen zu separieren, da das Weibchen absolut niemanden in ihrer Nähe akzeptiert, das wiederum bedeutet dass sich heftige Beißangriffe nicht vermeiden lassen würden. Ganz wichtig ist es für das Weibchen einen geeigneten Eiablageplatz (Sand, Erde, etc.) mit einer Substrattiefe von 20-30 cm zu schaffen.  Wie bei allen Vertretern von Chamäleons ist es Pflicht eine Halogen-Metalldampflampe im Terrarium zu installieren, um auch längerfristig  für ihre Gesundheit und einen gesunden Knochenaufbau zu sorgen. Ebenso sollte man im Terrarium einen Wärmestrahler dazugeben wo man punktuell auf ca. 35-42°C kommt, wo sich die Tiere bei Bedarf aufwärmen können.

Da es in der Wüste Namibia nur selten regnet, decken sie ihren Wasserhaushalt fast ausschließlich über die Nahrung auf. Man sollte aber beachten, dass in freier Wildbahn die Temperatur zwischen Tag und Nacht extrem schwankt, (Tag: 40°C Nacht: 0°C) das verursacht dass Nebeltröpfchen sich auf Sträuchern etc. anhängen und sich zu kleinen Tröpfchen ansammelt, das wiederum Tiere nutzen können um zu trinken. Deshalb sollte man mindestens einmal in der Früh das ganze Terrarium leicht besprühen, um auch etwaigen Häutungsproblemen vorzubeugen.

 

 

Fortpflanzung und Inkubation:

 

Das Balzverhalten fängt meistens mit einem heftigen Kopfnicken des Männchens und einer spektakulären Umfärbung an. Wenn das Weibchen ebenfalls Paarungsbereit ist, ist mit keinerlei Gegenwehr von ihr zu rechnen, sie bleibt ruhig an Boden liegen und lässt das Männchen gewähren.

Wenn das Weibchen nicht Paarungsbereit ist färbt es sich sofort Schneeweiß mit schwarzen Punkten und droht meist mit offenem Maul. Reagiert das Männchen nicht oder setzt sein Balzverhalten fort, dann fängt meist ein sehr heftiger Revierkampf an. Lässt man sie dennoch zusammen im Terrarium, ist mit teils sehr schweren Verletzungen zu rechnen.

Nach einer erfolgreichen Verpaarung ist das Weibchen ca. 7 Wochen Trächtig, in dieser Zeit wird das Weibchen im Terrarium mehrere Probebohrungen machen um einen geeigneten Eiablageplatz zu finden. 

Weibchen graben mehrer Probebohrungen, nicht selten in eine Tiefe von ca. 30-50cm. Hat sie die geeignetste Stelle gefunden, meist in der Nähe von lebenden Pflanzen, kann sie bis zu 22 Eier (meist über Nacht) legen. Nachdem man das Gelege sehr vorsichtig ausgegraben hat, steht nun das Inkubieren, die schwierigste Arbeit bevor. 

Ich selbst Inkubiere bei 18-25 °C für 18 Stunden und simuliere eine ca. 6-stündige Nacht bei 12-16°C. Diese 6-stündige Absenkung der Temperatur wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Tiere aus.

 

Die Geschlechtsreife tritt bei Chamaeleo namaquensis mit ca. 6-8 Monaten ein, wobei ihre Lebenserwartung mit ca. 6-7 Jahren beziffert wird.
 
Lebensraum:

 

Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist enorm. Es erstreckt sich von 
Südangola entlang der Westküste Afrikas über ganz Namibia bis 
nach Südafrika.

 

 

Meldepflicht und Artenschutz:

 

Ja !!! 

WA.: Artenschutz: Seit dem Jahr 2012 sind die Namaqua Chamäleons als CITES-II aufgelistet!

 

 

 

Pete is looking for the eggs
Pete is looking for the eggs

1.November 2013 Today lays our Female 22 Eggs we are very proud !!!

Terrarium von Chamaeleo namaquensis

3.Eiablage 18.7.2014 / 20 Eier in Sand abgelegt

Gravid Chamaeleo namaquensis

Copyright by Hannes Zorn

Copyright by Hannes Zorn